Sonntag, 11. März 2012

Reims


Mein Wecker hat Samstagmorgen um 6.00 Uhr geklingelt, denn ich hatte eine Verabredung am Gare de l'Est, um den TGV nach Reims zu nehmen. Nach nur 45 Minuten Fahrt hat man die 130 km in die Champagne auch schon hinter sich gebracht und um neun Uhr morgens hatte ich die ganze Stadt für mich alleine. Abgesehen von einer Reisegruppe aus dem tiefsten Russland, die alle wie vor 20 Jahren gekleidet waren und nicht nur damit negativ aufgefallen sind.


Bis zum späten Nachmittag hatte ich Zeit, um Reims alleine zu erkunden und hatte mir natürlich viel vorgenommen. Allerdings war Reims unerwartet so klein, dass ich schon mittags alles doppelt gesehen hatte.


Die Kathedrale gehört zum UNESCO Weltkulturerbe, da sie uralt ist und in ihr alle französischen Könige gekrönt wurden. Sie ist wirklich sehr schön, sieht aber genauso aus wie Notre Dame in Paris.


Nachdem ich alle Kirchen und Sehenswürdigkeiten gesehen hatte, habe ich mir als nächstes das Museum der Schönen Künste vorgenommen. Und obwohl in den Straßen mittlerweile viel Treiben herrschte, war ich alleine in dem kompletten Museum! Alleine! 


Wenn man sich die Menschen in den Straßen allerdings mal genauer angeschaut hat, war es auch wiederum keine Überraschung, denn man konnte durchaus sehen, dass man sich in der französischen Provinz aufhält. Paris ist nicht Frankreich!


So hatte ich alle Angestellten des Museums ganz für mich alleine, die sich alle sehr gefreut haben, dass wenigstens ich da war. Mir tat es fast leid, dass ich als Studentin auch noch umsonst Einlass bekommen habe.


Beim Mittagessen habe ich dann eure Postkarten geschrieben, die hoffentlich bald ankommen werden.  


 Und nachdem ich mein Kulturprogramm zu schnell abgespult hatte, bin ich nachmittags eben spontan ins Kino gegangen und habe mir den neuen Film "Les Infidèles" mit Jean Dujardin (The Artist) angeschaut, der sich mit verschiedenen, lustigen Kurzfilmen mit dem Thema Treue auseinandersetzt. Sehr amüsant, aber nicht weltbewegend.


Alles in allem ist Reims ein sympathisches kleines Städtchen, aber wenn man nie dort gewesen ist, hat man auch nichts verpasst. Leider hat mich Reims auch sehr an Passau erinnert, was niemals ein gutes Zeichen ist!
Das Hotel hingegen war wirklich hervorragend. Mitten Zentrum und sehr schön und angenehm! 


Eigentlich wollten wir den TGV vormittags nehmen, um nach Paris zurückzukehren, doch das wäre zu sehr in Stress ausgeartet, weshalb wir lieber gemütlich Kaffee getrunken und eine deutsche Zeitung gelesen haben. Wir wollten mal wissen, was in deutschen Medien über die französischen Präsidentschaftskandidaten gesagt wird. Viel Lesestoff hatten wir auch im Zug nötig, denn auf die 45 Minuten Fahrzeit kamen 90 Minuten Verspätung hinzu. Ja, solche Freuden erlebt man nicht nur mit der deutschen Bahn.


Nachdem ich nun schon mal üben konnte, wie es ist Paris zu verlassen, muss ich leider mitteilen, dass mir Paris schon nach einem Tag sehr gefehlt hat und dass ich mich in Paris einfach am wohlsten fühle. 
So war es sehr angenehm den Tag in meinem Lieblingsviertel St. Germain-des-Prés ausklingen zu lassen, vor allem wenn man noch mit so einem Anblick begrüßt wird.


Der Wetterbericht sagt für diese Woche jeden Tag strahlenden Sonnenschein und bis über 20°C voraus. Und schon heute ist es wirklich fantastisch! Es ist Frühling! Frühling in der Stadt der Liebe, was könnte schöner sein?
Juliane

Kommentare:

  1. so beautfiul!!

    www.aroundlucia.com
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  2. Wahnsinn ich liebe gotische Kathedralen.. Leider habe ich es in meiner Zeit in Paris nie bis Reims geschafft... aber noch ist ja nicht aller tage abend..
    lg Ute

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